1.500 Kilometer Testfahrt mit dem Mercedes Benz CLA 250+ – ein Erlebnisbericht über die erste Tour in einem Elektroauto

Ich gebe zu, dass ich Elektroautos bisher mehr als nur skeptisch gegenübergestanden habe. Zu viel Spielzeug denn echtes Auto, dazu mit Reichweiten, die für mich als Langstreckenfahrer lächerlich sind. Ich fahre seit 11 Jahren einen Ford Tourneo Custom und dieser Bus läuft je nach Fahrweise 750 – 850 Kilometer, bevor der wieder an den Zapfhahn muss. Eine Tour nach München zur High End beispielsweise wird von nur einer Zigarettenpause unterbrochen, ansonsten sitze ich entspannt hinter dem Lenkrad und fahre durch. Im vorletzten Jahr haben wir mit diesem Bus eine 20tägige Italien-Rundreise unternommen, die von Verona über Rom, Neapel, Pompeji, Ancona, Venedig wieder zurück nach Hause im Umkreis von Berlin führte. Diese Tour in einem Elektroauto zu unternehmen, war für mich undenkbar. Ja, ein Lucid Air ist mit knapp 900 Kilometern Reichweite angegeben, aber ein sechsstelliger Preis für ein Auto ist ohne einen größeren Geldgewinn undenkbar.

Und dann gab es die ersten Meldungen zum neuen Mercedes Benz CLA 250+ mit Reichweiten von über 750 Kilometern und mein vorsichtiges Interesse war geweckt. Die ersten Tests fielen durch die Bank positiv aus und so verfolgte ich jeden Beitrag und jedes Video zu diesem Auto. Nicht nur, dass mich das Design sofort mitgenommen hatte, auch die Innenausstattung entspricht genau dem, wie ich mir ein modernes Auto vorstelle. Der Bus fährt jedoch ohne jegliche Reparaturen bereits 179.000 Kilometer und wird weitere problemlos schaffen, also beschränkte ich mich auf das Konsumieren von weiteren Beiträgen und Videos zum Benz. Aber nun stand im März 2026 die Tour nach Frankfurt zur LG Convention im Deutsche Bank Park an. Es ist ein profaner, wie logischer Grund, dass ich dieses Mal nicht mit meinem Bus dorthin fahren wollte – das Parkhaus unter dem Stadion misst eine Einfahrtshöhe von 2 Metern, ich brauche mit dem Bus aber 2,10 Meter. Und weit um das Stadion herum gibt es tatsächlich keinen einzigen Parkplatz. Das ist totes Land. Ich wollte daher den CLA 250+ für diese Fahrt mieten. Jedoch hat kein Autovermieter den bisher im Portfolio, so dass ich mit dem Mini Cooper der besten Ehefrau von allen plante.

Foto: Mercedes Benz

Ende Februar verschlug es uns dann doch zur Mercedes Benz Niederlassung in Berlin. Ich wollte mir dieses Auto einmal aus der Nähe anschauen – offenbar steckte der CLA-Stachel schon zu tief. Ist der Benz in Videos und auf Fotos schon ein so schönes Auto, übertrifft der live noch einmal alles. Ich saß im CLA 250+ und war augenblicklich schockverliebt. Aber ohne das elektrische Triebwerk zu starten, hat man nur wenig Zugriff auf alle Funktionen. Also musste der entsprechende Mitarbeiter her, von dem ich mir noch mehr zeigen lassen wollte. Nun sind aber ein paar Minuten Probesitzen nichts, was einem die Funktionen außerhalb des Echtbetriebs wirklich näherbringt. Und so kam das Gespräch auf eine Probefahrt. Ich erklärte dem freundlichen Mitarbeiter, dass eine Probefahrt zwar nett ist, aber mir 2 Stunden in Stadt und Umland nichts nützen, da ich 80% meiner Zeit auf der Autobahn verbringe. Ich bräuchte den CLA also für eine Tour nach Frankfurt und zurück – wer nicht fragt, bekommt keine Antwort. Ich hatte heftiges Kopfschütteln oder Gelächter erwartet, stattdessen teilte der Mann mir mit, dass er das bei Mercedes anfragen wird, man würde sich dann bei mir melden. Das ist unter dem Strich auch eine höfliche Absage, das Thema war für mich abgehakt.

Wenn ich Benz fahren will, rufe ich mir ein Taxi

Ich hatte also den Besuch bei Mercedes schon in den gedanklichen Mülleimer geschoben, als am Dienstag vor dem Frankfurt-Trip das Telefon klingelt. Am anderen Ende der freundliche Herr Sperling von Mercedes Benz. Das Auto steht bereit, ich kann mir den Mittwoch gegen Mittag abholen, mich mit dem Fahrzeug vertraut machen und dann Donnerstag nach Frankfurt fahren. Gesagt, getan, nach einer sehr kurzen Einweisung und einer Erklärung, wie man ein Elektrofahrzeug auflädt, sitze ich allein in einem nagelneuen CLA 250+ mit einem Kilometerstand von knapp 450. Natürlich hatte ich mir am Vortag schon die komplette Bedienungsanleitung von der Mercedes-Seite heruntergeladen und mich mit dem Notwendigsten vertraut gemacht, aber so viele Funktionen und vermeintliche Spielereien muss man eben einfach im Echtbetrieb erfahren. Erst jetzt wird mir klar, auf was ich mich da wirklich eingelassen habe. Einen Verbrenner fahre ich an eine Zapfsäule, ich hatte aber noch nie vorher einsam an einer Ladesäule gestanden. Ich sah mich in Gedanken schon bei Mercedes anrufen, um den CLA mit leerem Akku von einem Parkplatz schleppen zu lassen. Aber gut, mein Testwagen ist halbwegs geladen, ich käme zumindest erst einmal gut 500 Kilometer weit. Es wird also Zeit, vom Hof zu rollen.

Aber erst muss einmal die perfekte Sitzposition eingestellt werden. Und die erfolgt bei meinem Modell automatisch. Allerdings kam ich nicht auf die Idee, die beiden Schalter in der Tür zu benutzen, aus mir unbekannten Gründen wurden die von mir gedanklich vollkommen ignoriert. Also das erste Mal in die Tiefen der zahlreichen Funktionen über das Display eintauchen. Und nach kurzer Suche findet sich hier eine Funktion, die den Sitz der Körpergröße anpasst. Hier 174 Zentimeter eingestellt und der Sitz wird automatisch angepasst. Ich komme somit endlich an die Pedale und kann losfahren.

Vorher möchte ich aber natürlich noch mein Smartphone mit dem Benz verbinden. Dies ist wie die Bluetooth-Verbindung zu jedem Kopfhörer eine Sache weniger Sekunden, ich kann also jetzt meine Musik und während der Fahrt nach Frankfurt auch mein Hörbuch vom Pixel Fold hören. Was mich sofort begeistert, ist die adaptive Ladeschale in der Mittelkonsole. Keine Kabel, einfach das Telefon dort ablegen und das wird geladen. Damit man das beim Aussteigen nicht vergisst, weist die höfliche Computerstimme darauf hin, dass das Handy noch im Auto liegt – eine faszinierende Kleinigkeit, die aber so sinnvoll ist!

Dennoch bin ich noch immer vollkommen irritiert, weil man einfach nichts hört. Einzig die Anzeigen lassen mich vermuten, dass der CLA läuft und jetzt langsam los möchte. Ich bin schon einmal den elektrischen R5 für eine halbe Stunde gefahren, aber das ist kein Vergleich zu dem, was sich hier in diesem Cockpit alles abspielt. Bei der Vorführung beim Besuch am Samstag wurden die Rundinstrumente durch einen 360 Grad Rundumblick ersetzt oder aber die Navigation zwischen den beiden Instrumenten angezeigt. Ich habe noch keinen Plan, wie ich da hinkomme? Aber das ist nebensächlich, erst einmal will ich den CLA 250+ endlich bewegen.

Ich fahre seit 1985 unfallfrei Auto und dennoch bin ich auf den ersten Metern nervös. Wenn man sonst Bus fährt, genießt man eine vollständig andere Rundum- und Übersicht. Weil man höher sitzt, schaut man über die meisten anderen Fahrzeuge hinweg und hat so Fußgänger und Radfahrer viel eher im Blick. Mehr gefühlte Sicherheit geht kaum. Nun sitze ich auf Höhe aller anderen Verkehrsteilnehmer und muss mich ein wenig umstellen. Schon beim ersten Abbiegen muss ich schauen, ob ich überhaupt den Blinker betätigt habe? Der ist so extrem leise, dass ich auf die Anzeige schauen muss, ob der leuchtet? Tut er, es kann also weitergehen. Und so langsam bekomme ich das Grinsen nicht mehr aus meinem Gesicht – ein Grinsen, welches mich bis zur Abgabe des CLA 250+ am Freitag mit wenigen Ausnahmen dauerhaft begleiteten wird.

Foto: Mercedes Benz

Der Weg vom Salzufer in Berlin-Charlottenburg bis knapp außerhalb der Stadt nach Hause ist vielfältig zu bewerkstelligen. Ich nehme also Routen, die ich sonst so nie gefahren wäre, aber wofür ist so eine Probefahrt sonst da? Wer weiß, wo ich in Frankfurt überall lande? Von Hauptverkehrsstraßen bis hin zu Nebenstraßen, durch die nur ein Fahrzeug passt, nehme ich alles mit, was mir in den Sinn kommt. Schließlich bin ich mit meinem Bus auch durch Neapel gefahren und war dort in Straßen unterwegs, die die Einheimischen sonst nur mit einem Fiat 500 oder Panda befahren. Ich will also mein persönliches Stresslevel erhöhen, um zu schauen, wie ich mit dem Benz auch in Situationen klarkomme, die man sonst eher meidet. Aber 11 Jahre Bus sind offenbar eine harte Schule, die mir jetzt bei dieser Probefahrt in einem weit über 60.000€ teuren Benz helfen, der zudem nicht mein eigener ist. Ich genieße jeden Meter und kann mich an den vielen Funktionen nicht satt sehen und spielen.

Ich lerne viel über das Auto und was ich jetzt schon unfassbar cool finde, sind die Verkehrzeichenerkennung und der Assistent für den toten Winkel. Einerseits nervt das zum Glück einfach abzuschaltende Gepiepe beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit, andererseits ist eine blinkende Anzeige über den Rundinstrumenten komplett hilfreich. Und auch das kleine Warndreieck im Seitenspiegel ist für mich neu. Dieses zeigt sich, wenn man zum Spurwechsel ansetzt, sich aber dort ein Fahrzeug befindet. Schon diese beiden kleinen Helferlein sorgen für ein vollkommen neues Fahrgefühl.

Zu Hause angekommen, versagt der Benz jedoch gleich in meinem ersten Alltagstest. Ich muss ein Paar Lautsprecher nach einem Test zurück an den Hersteller schicken. Allerdings passt der Karton durch die hohe Ladekante nicht in den Kofferraum. Der nimmt also auf dem Beifahrersitz Platz. Hier bin ich durch den Bus verwöhnt – Schiebetür auf, Schrankwand, Kühlschrank und Smart hinten abgestellt, Schiebetür wieder zu. Sollte ich mich für den CLA entscheiden, müssen sich die zahlreichen Menschen, die sonst meinen Bus für größere Transporte gechartert haben, nun nach einer Alternative umschauen. Dafür hat der Kofferraum beim Umlegen der Sitze eine extreme Tiefe, so dass man dort im Notfall auch übernachten könnte.

Die nächste Fahrt steht abends an, als die beste Ehefrau von allen zu Hause ankommt. Es ist bereits dunkel und ich genieße sofort die extrem helle Beleuchtung des CLA 250+. Wo mein Bus offensichtlich zum Ausleuchten von Autobahn und Landstraße Teelichter verwendet, kann ich jetzt so weit schauen, wie noch nie zuvor in einem Auto. Ich weiß nicht, ob mein Modell die Standard-Beleuchtung oder aber die gegen Aufpreis erhältliche Multibeam LED verwendet, aber in Front des CLA ist es taghell. Also das erste Mal auf die Autobahn und schauen, was die angegebenen 272 PS so hermachen? Ich bin schon einige schnelle Autos und Motorräder gefahren, mir ist daher Beschleunigung kein Fremdwort, aber was dieser elektrische Benz hier fast aus dem Stand abliefert, lässt mich bis über beide Ohren grinsen. Gefühlte Sekundenbruchteile und statt 120 km/h stehen hier plötzlich scheinbar mühelose 200 km/h auf dem Tacho. Es ist unfassbar, was hier an Energie freigesetzt wird.

Während in zahlreichen Videos vom Ambiente-Licht rund um die Lüftungsdüsen geschwärmt wird, stelle ich fest, dass das tagsüber zwar ein neckisches Element ist, nachts aber unfassbar nervt. Denn jeder Blick in den Außenspiegel gleicht einem Blick in die ausgewählte Farbe. Dieses Ambiente-Licht spiegelt sich dermaßen in der Seitenscheibe und lenkt vom Blick in den Seitenspiegel ab, dass an der nächsten Ausfahrt das Menü herangezogen wird, um diese technische Spielerei abzuschalten. Wenn ich Ambiente will, schalte ich meinen Philips Ambilight-TV an, in einem Auto ist lustige Beleuchtung eher kontraproduktiv.

Fahrhilfen und Laden für Dummys

Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr, der Tag der Wahrheit. Einerseits freue ich mich riesig auf die Tour nach Frankfurt, andererseits bin ich nervös, weil ich nicht weiß, was mich das erste Mal an einer Ladesäule erwartet? Der Tacho zeigt eine Reichweite von noch 330 Kilometern an, allerdings habe ich Eis auf den Scheiben. Und wie überall zu lesen ist, verringert sich die Reichweite, je kälter die Außentemperatur ist. Triebwerk an und innerhalb von Sekunden, während ich rückwärts aus unserer langen Ausfahrt zurücksetze und das Display in seiner ganzen Größe alle Infos von der Rückfahrkamera erhält, sind alle Scheiben frei. In einem Video wurde bemängelt, dass die Heckscheibenheizung abschaltet, bevor vollständig freie Sicht herrscht, das kann ich so nicht bestätigen. Ich nenne dem Navi mein Ziel und zusätzlich dazu bekomme ich die entsprechenden Ladestops angezeigt. Von Haustür zu Haustür komme ich auf 570 Kilometer, da sollte einmal laden reichen, aber ich rechne mit 2 Stops, um hier auf der sicheren Seite zu sein.

Innerhalb von wenigen Minuten bin ich auf der Autobahn und das Navi schickt mich über den nördlichen Berliner Ring, statt mich durch die Baustellen am Messegelände in Berlin zu führen. Freie Fahrt, kein Stau, kein Stress und ich kann den CLA 250+ in vollen Zügen genießen, als ich endlich den Tempomaten verstanden habe. Nachdem ich in einer kleinen Baustelle versehentlich den Limiter statt des Tempomaten aktiviert hatte und ich nicht über 80 km/h beschleunigen konnte, erschloss sich mir die Logik des Systems. Da ich ein entspannter Fahrer bin, lasse ich die Fuhre bei 130 km/h rollen und genieße dennoch jedes Überholmanöver auf der linken Spur, bei dem dann auch für kurze Zeit schon mal 190 km/h und mehr stehen können. Ich bewege den Benz also wie meinen Diesel-Bus – nur dass bei dem bei 178 km/h Schluss ist.

Für mich vollkommen neu ist der der Abstands-Assistent DISTRONIC. In einer Begrenzung auf 120 km/h regele ich die Geschwindigkeit entsprechend per Klick herunter ohne zu bremsen. Ich fahre auch meinen Bus auf der Autobahn nur mit Tempomat und habe deshalb bei fast 180.000 Kilometern erst einmal die vorderen Bremsen ersetzen müssen. Und auch den Benz fahre ich mit dem Daumen. Nun heißen aber 120 km/h nicht, dass auch alle anderen diese Geschwindigkeit fahren. Warum auch immer fahren Menschen dann nur zwischen 107 km/h und 115 km/h und das nervt entsetzlich. Warum nutzen die nicht ebenfalls ihren Tempomaten, wenn sie eine Geschwindigkeit mit dem Fuß nicht halten können? Hier springt zum Glück der Abstands-Assistent ein. Statt also ständig wegen Mittelspurschleichern bremsen zu müssen, erledigt das der CLA 250+ von allein und sorgt so für die entsprechende Geschwindigkeit, angepasst an den Vordermann. Ich liebe dieses Feature.

Auch wenn der Akku noch knapp 190 Kilometer Reichweite anzeigt, beschließe ich, die nächste Ladestation aufzusuchen. Wenn was schiefgeht, komme ich mit der restlichen Energie zumindest wieder zurück zur Niederlassung. Ich habe Glück, an der e.on Ladesäule steht ein Cupra und ich spreche den Fahrer an, ob er einem Anfänger hilfreich zur Seite stehen kann? Der Mann zeigt mir die Bedienung der Ladesäule und ich lerne, dass man sowohl EC- als auch Kreditkarte zur Hand haben sollte, wenn man nicht über eine entsprechende Ladekarte verfügt. Aber der Betrag wird vorautoirisiert und mein Testwagen beginnt den Ladevorgang – mit knapp 39 KW. Ein Blick auf die Säule zeigt mir, dass die nicht mehr Leistung ausgibt. Also mein Fehler, aber kein gravierender und so werden die nächsten Säulen halt welche mit mehr Leistung sein. Mein nächster und auf der Hintour letzter Ladestop erfolgt auf einem Autohof in der Nähe von Eisenach. Ich packe den Akku so voll, dass ich am morgigen Tag auch noch eine Weile herumirren kann, um eine Säule zu finden. Ich komme dennoch entspannt mit 250 Kilometern restlicher Reichweite in Frankfurt an.

Auf dem abendlichen Weg vom Event zum Hotel führt mich das Navi dann das erste Mal in die Irre. Die Ansage kommt zu spät, so dass ich den Kreisverkehr eine Ausfahrt zu früh verlasse und mich nun auf der Autobahn Richtung Darmstadt befinde. Ohnehin sind die Aussagen der digitalen Begleitung stellenweise irreführend, besonders wenn es um mehrspurige Ausfahrten geht, die sich dann aufteilen und in verschiedene Richtungen führen. Und genau deshalb fahre ich rund um Frankfurt nicht ganz so gern Auto. Diese Gegend ist selbst für mich, durch den Berliner Verkehr gestählten Fahrer, immer wieder das pure Chaos. Das Navi hilft hier leider nicht immer so, wie ich mir das erhofft hatte, aber ich erreiche zumindest mein Hotel. Und in der dortigen Tiefgarage teste ich das erste Mal die automatische Einparkhilfe. Nicht, dass ich das Auto nicht selbst in die Parklücke bekäme, aber wenn die Funktion vorhanden ist, will ich sie auch ausprobieren. Es ist allerdings ziemlich gruselig, wenn man das nicht kennt und sich ein Auto von allein bewegt. Und weil ich das so cool finde, teste ich die Funktion gleich noch an drei anderen Parkplätzen.

Fehlfunktionen und eine Warnung vor einem Schlagloch

Auch wenn die Akkus noch reichlich Saft anzeigen, will ich den CLA 250+ vor der Rückfahrt noch einmal laden. Ich suche mir im Menü eine entsprechende Ladesäule mit reichlich Saft und fahre an den markierten Ort. Dort stehen allerdings bereits zwei Autos. Doch nach kurzer Wartezeit wird eine der beiden Säulen frei und ich will laden. Allerdings verweigert der Automat seine Funktion. Keine meiner Karten wird erkannt und das Display meldet eine Fehlfunktion, die ich bitte beim Betreiber der Säule melden soll. Da ich darauf keine Nerven habe, geht es auf die Autobahn, erst einmal den Dunstkreis rund um Frankfurt verlassen. Kaum bin ich auf der Bahn, meldet das Display den Ausfall von Abstands-Assistent, Spurhalte-Assistent und Verkehrszeichen-Assistent und ich möge bitte die Bedienungsanleitung zu Rate ziehen – was jedoch während der Fahrt sinnfrei erscheint. Ich bin also wie in meinem alten Bus auf mich allein gestellt.

Aber nun fahre ich den Benz auch dementsprechend. Denn ohne die vielen kleinen Helferlein ist der CLA mit dieser Leistung schon fast ein Sportwagen und dieses Gefühl genieße ich nun für eine Weile. Vermutlich stehen alle Systeme ohnehin nach einem Neustart wieder fehlerfrei zur Verfügung? Um das zu testen, fahre ich auf eine Raststätte, einerseits um meine Vermutung zu bestätigen und andererseits um die Akkus noch einmal zu laden. Ich vertraue der Ladeinfrastruktur scheinbar noch immer nicht wirklich und will den Akku des CLA nicht ausreizen. Die Assistenz-Systeme funktionieren beim Losfahren nun auch wieder einwandfrei.

Da aber auch diese Ladesäule von e.on vergleichbar mit dem Hausstrom ist, plane ich einen letzten Stop zum Laden ein. Allerdings herrscht unfassbar viel LKW-Verkehr und ich fahre vorzeitig für eine Essenspause an einem Rastplatz namens Nadelöhr von der Autobahn. Kein Hinweis am Straßenrand, dass sich auf diesem Parkplatz neben einem Klo auch sechs 400 KW Säulen befinden – und keine davon ist in Benutzung. Ich frage den CLA, wie viele Kilometer es noch bis zum Ziel Mercedes Niederlassung Berlin sind und bekomme 390 Kilometer zur Antwort. Ich lade die Akkus daher auf eine Reichweite von 550 Kilometern voll und bin wieder in der Spur. Ich will jetzt in einem Stück durchfahren und dabei den CLA 250+ auch mal länger auf der linken Spur ausreizen. Beim Verlassen der Raststätte warnt mich jedoch die digitale Beifahrerin vor einem Schlagloch. Ich bin verblüfft, weil ich keines sehe, doch mitten in der Kurve Richtung Auffahrt klafft ein monumentales Loch im Boden. Woher der CLA diese Info nimmt, ist mir ein Rätsel?!

Da sich die Mercedes Niederlassung mitten in Berlin befindet, komme ich auch in den vollen Genuss des Berliner Feierabendverkehrs mit all seinen Freuden, die die gewaltige Baustelle am Messegelände mit Stau und Stop and Go so mit sich bringt. Stressen mich solche Situationen sonst ungemein, weil hier andere Fahrer ständig Spuren wechseln, um vermeintlich schneller voranzukommen, lässt mich das alles im CLA 250+ komplett kalt. Ich bin entspannt wie selten zuvor, weil ich in Ruhe DAB+ Radio höre und ich nicht durch ständiges schalten, kuppeln und rollen im ersten Gang vollständig am Ende bin. Ich bin tatsächlich zum verabredeten Zeitpunkt bei Mercedes auf dem Hof und stelle den CLA 250+ an der Ladesäule ab. Ich ertappe mich dabei, als ich mein Gepäck aus dem Kofferraum hole, dass ich mit einem Taschentuch einen Schmutzfleck am Heck des Benz beseitige.