Wenn man an Gaming denkt, hat man vor allem eine Person am PC mit Kopfhörern vor dem geistigen Auge. Aber der PC ist eben nicht alles und dieses Klischee ist inzwischen total überholt. Denn es gibt noch die Konsolen wie die Playstation, XBox und die Konsolen der Marke Nintendo. Beim Zocken über die Konsole wird man irgendwann feststellen, dass es eben nicht nur um die Grafik geht, sondern besonders das Zusammenspiel zwischen Grafik und Soundkulisse das ist, worauf es eben ankommt und was das Spiel abrundet. Und weil einer meiner TV noch etwas nackig ohne zusätzliches Audiogerät aussieht, habe ich die OXS S5 Soundbar zum Test zugeschickt bekommen.
Wer OXS noch nicht kennt, wird jetzt aufgeklärt. Das Audio-Unternehmen besteht seit dem Jahre 2021 und stellt vorrangig Kopfhörer und Soundbars her. Auf der Herstellerwebseite ist die S5 unter dem Stichwort Heimkino statt Gaming zu finden und mit einem Preis von 269,99€ gelistet.

Doch offensichtlich scheint die S5, die günstiger ist als die gesondert angebotene OXS Gaming Soundbar, neben dem Film und Fernsehen ebenfalls fürs Zocken tauglich zu sein – warum auch nicht? Damit ich das testen kann, schaue ich deshalb vor dem Anschließen nochmal kurz in den Karton und stelle fest, dass der Lieferumfang einiges enthält, wie das HDMI-Kabel, ein optisches Kabel, eine Fernbedienung, ein Wandmontageset und das Stromkabel. Da mitgelieferte HDMI-Kabel selten etwas taugen, schließe ich selbstverständlich mein Oehlbach Gaming NEW GAME HDMI Kabel an. Kurz nach dem einfachen Anschluss steige ich direkt mit God of War Ragnarök ein. Ein Spiel, das schon länger auf dem Zettel steht.
Nach der Wahl des Spielmodus macht sich die S5 direkt bezahlt und zeigt, was in ihr steckt. In einer Art Höhle sitzt ein bärtiger Mann. Er hadert mit sich und seufzt. Der Wind pfeift leise im Hintergrund während der Mann mit seinen Fingern einen kleinen verzierten Lederbeutel festhält. Die Kulisse wirkt bedrückend und ich bekomme allmählich das Gefühl als würde der Mann verzweifelt sein. Die Musik setzt ein und verstärkt meine Emotionen. Der Mann wendet den Blick vom Lederbeutel ab und schaut nach vorn. Dabei schnieft er aus und sieht entschlossen aus. Er holt mit einem Griff hinter seinen Rücken eine Klinge und einen dünnen Stock hervor. Das klirren des Metalls auf Stein ist zu vernehmen. Er hält den Stock kurz ins Feuer und fängt danach an etwas am Stock zu schnitzen dann bemerkt er, dass jemand die Höhle betritt.

Es beginnt ein Dialog zwischen Vater Kratos und seinem Sohn Atreus über die nächsten Aufgaben. Der Wind pfeift im Hintergrund durch den Raum und das Brennholz knistert unter dem Feuer als Kratos zu Atreus sagt, dass er nach Hause will. Sein Sohn versteht sofort und stapft aus der Höhle, um alles dafür vorzubereiten. Die Stimmen sind recht leise und klingen gedrückt, sehr passend zu der Stimmung der Anfangsszene. Durch die S5 sind die Stimmen klar zu verstehen und gehen nicht zwischen den Nebengeräuschen und Soundeffekten unter. Ein kurzer Blick auf die Webseite des Herstellers genügt, um herauszufinden, woran das liegt. Die S5 verfügt nämlich über einen extra Dialog Enhancement, der für gut verständliche Sprache sorgt und sich von Hintergrundgeräuschen abhebt.Das klappt fürs Gaming einwandfrei.
Genau dieselben Erfahrungen darf ich auch beim Filmeabend mit meiner Familie machen als wir uns Drachen zähmen leicht gemacht ansehen, nur mit dem Unterschied, dass wir hier im Filmmodus statt des Standardmodus schauen. Man kann sich jedoch auch noch zwischen dem Musik-, Sprach-, oder Nachtmodus entscheiden, wobei sich für mich tatsächlich für das Gaming der Standard sowie insbesondere der Filmmodus während des Testzeitraums etabliert haben.

Die Unterschiede dazwischen sind eindeutig zu hören. Der Standardmodus hat keine großartigen Betonungen und klingt eher etwas flacher, wohingegen der Filmmodus mehr auf Sprache sowie akustische Effekte setzt. Der Musikmodus hebt insbesondere -wer hätte es vermutet- die Musik hervor und der Sprachmodus bringt Dialoge in den Vordergrund. Ich persönlich habe für mich jedoch nicht den Sinn des Nachtmodus herausfinden können, denn meines Erachtens klingt dieser einfach nur leise und etwas dumpf und wenn man das möchte kann man auch die anderen Modi einfach leiser stellen ohne, dass Stimmen so verzerrt werden.
Das Hören von Musik ist über Bluetooth und USB mit dem eigenen Smartphone möglich oder einfach über den TV, wenn man einen Smart TV besitzt. Je nachdem, welcher Klangmodus eingestellt ist, werden andere Bereiche hervorgehoben, sodass man in Bezug auf Musik die Soundbar auch ohne Probleme verwenden und je nach Genre andere Bereiche betonen kann. Ich bin jedoch generell kein großer Fan davon, Musik über eine Soundbar laufen zu lassen, denn es klingt einfach grundsätzlich anders als über meine Stereo-Lautsprecher. Es wundert mich auch nicht, denn das Abstrahlverhalten einer Soundbar ist nicht zu vergleichen mit dem von klassischen Lautsprechern.
Das sind jedoch nicht die einzigen Einstellungen, die die S5 mit sich bringt. Man kann jederzeit den Bass in sechs Stufen anpassen und ich finde, dass es dieser echt in sich hat. Natürlich ersetzt eine Soundbar mit integriertem Sub keinen externen Sub und klingt nicht, wie in einem richtig ausgestatteten Heimkino. Aber für die Preisklasse und einen integrierten Sub ist die Ausarbeitung der Tieftöne in Film, Musik und Gaming überraschend gut. Die Soundbar steht bei mir in einem Zimmer von 25qm und kann in diesem Raum gut ausfüllen, sodass ein immersiver Sound durch das 3.1.2 System entsteht. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die S5 in einem größeren Raum etwas untergeht und zu wenig Power mitbringt trotz der sechs Treiber.

Einer der Treiber ist im Center der S5 verbaut, vier weitere Treiber mit einer Größe von zwei Zoll sind für die Fullrange rechts und links in den nach oben gerichteten Lautsprechern integriert worden. Ein vier Zoll großer Tiefton-Treiber befindet sich auf der Unterseite der S5.
Gerade die nach oben ausgerichteten Lautsprecher unterstützen den dreidimensionalen Raumklang und simulieren echtes Dolby Atmos sehr gut durch den Höheneffekt. Wenn eine Soundbar Dolby Atmos verspricht, bin ich immer etwas skeptisch, denn für ein authentisches Dolby Atmos benötigt es mindestens ein 5.1.2 System, im Idealfall mindestens ein 7.1.4 System.
Abgesehen vom Dolby Atmos hat die 95cm breite und minimalistische Soundbar in Schwarz eine vernünftige Leistung von maximal 230 Watt, wobei die grundsätzliche Ausgangsleistung 115 Watt beträgt. Die Leistung in Watt wirkt sich unter anderem direkt auf die Lautstärke eines Audiogerätes aus. In kleineren Bereichen wird eine Gesamtleistung zwischen 80 bis 150 Watt und in größeren Räumen eine Leistung ab 200 Watt empfohlen.

Außerdem wirkt diese sich auch indirekt auf die Klangqualität eines Geräts aus, denn mehr Leistung kann auch bedeuten, dass der Klang sauberer ausgespielt wird, weniger Verzerrung entsteht und der Bass besser kontrolliert werden kann. Doch selbst hier gibt es Ausnahmen, wenn beispielsweise die Frequenzbereiche -sprich Höhen, Mitten und Tiefen- schlecht abgestimmt wurden, können auch Soundbars mit höherer Leistung schlechter klingen als eine gut abgestimmte Soundbar mit weniger Leistung. Kleine Notiz am Rande, die S5 spricht einen Frequenzbereich zwischen 55 Hz und 20 kHz an.
Darüber hinaus bringt die S5, die man im Übrigen auch an der Wand mit entsprechender Halterung befestigen kann, eine sehr einfache und benutzerfreundliche Bedienung mit. Es gibt keine Smart Features, die sich nutzen lassen. Auch die Fernbedienung von OXS muss man nicht unbedingt nutzen, denn man kann die Soundbar mit ein paar Knopfdrücken auch über die TV-eigene Fernbedienung steuern.
Ein Blick hinter die Kulissen der S5 zeigt, dass die Soundbar über mehrere Ausgänge verfügt, darunter einen HDMI-eARC, einen optischen und einen HDMI in AUX Anschluss. Über den weiteren USB-Anschluss können Dateien vom Typ .wav und .mp3 abgespielt werden. Weitere Dateitypen werden von der S5 nicht unterstützt. Außerdem ist die Box kabellos über Bluetooth 5.0 nutzbar.
Fazit:
Die OXS S5 Soundbar kann ich als Einstieg in den Bereich Heimkino und vor allem als Ersatz für dünne TV-Speaker grundsätzlich empfehlen. Die S5 erzeugt mit Dolby Atmos einen guten dreidimensionalen Klang im Raum. Auch wenn Dolby Atmos bei Soundbars oft nicht denselben Effekt hat, wie bei einem voll ausgestatteten Heimkino, gelingt es der S5 für eine Soundbar ganz gut, dies umzusetzen.
Mit fünf verschiedenen Modi kann man unterschiedliche Klangprofile wählen und den Bass des integrierten Subwoofers der S5 in sechs Etappen jederzeit über die übersichtliche Fernbedienung einstellen. Der Tiefton ist für eine Soundbar wirklich gut umgesetzt worden, ist aber natürlich nicht zu vergleichen mit einem externen Sub, der definitiv mehr aus einem Heimkino rausholen würde.
Optisch hebt sich die Soundbar nicht unbedingt von anderen Soundbars ab, aber sie bietet ein schlichtes und minimalistisches Design in Schwarz, welches universell in viele Einrichtungsstile passt. Gerade für kleine bis mittlere Räume würde ich die OXS S5 Soundbar empfehlen, egal ob auf dem Lowbaord oder für die Wandmontage. Allerdings finde ich den Preis von 269,99€ ein wenig ambitioniert, wenn ich die OXS S5 Soundbar mit der hier getesteten Sharp HT-SBW320 >>> vergleiche, die identische Funktionen und einen externen Sub bietet.

Link zum Hersteller: OXS Audio S5 Soundbar
