Der Philips EVNIA 34M2C8600 verspricht auf den ersten Blick ein unvergleichliches Gaming-Erlebnis. Ein UltraWide OLED-Monitor mit AmbiGlow kann nur begeistern und hat den Anspruch zur unangefochtenen Nummer Eins für Fans immersiver Videospiele zu werden. Ich durfte diesen Monitor ausnahmsweise über ein Jahr lang auf Herz und Nieren prüfen, anstatt ihn nach wenigen Wochen wieder abgeben zu müssen.
So dankbar ich für jedes Testgerät bin, so sehr tut es ab und zu weh, sich von ihnen trennen zu müssen. Und immer wieder kommt in mir der Gedanke auf: Was ist, wenn ich irgendetwas vergessen habe zu kontrollieren oder eine spezielle Situation erst gar nicht aufkam? Gerade bei OLED-Monitoren hatte ich zu Anfang große Bedenken, auch wenn ich wusste, dass Einbrennen schon lange kein Thema mehr war.

Aber kein Datenblatt und keine noch so umfassende Erklärung überzeugt so sehr, wie selbst solche Erfahrungen zu machen. Daher bin ich froh, diese Gelegenheit einmal zu bekommen, um nicht nur mein eigenes Gewissen zu beruhigen, sondern auch dem ein oder anderen die Notwendigkeit abzunehmen, selbst solche Dinge ausprobieren zu müssen.
Dabei gilt es zu bedenken, dass der 34 Zoll große EVNIA natürlich in erster Linie ein Gaming-Monitor ist, auch wenn nicht nur das UltraWide Format mit seinem Verhältnis von 21:9, einem sanften 1800R Curve und der eingebaute KVM-Switch zum Arbeiten und Multitasking einladen. Die Bildfrequenz von 175Hz (über DisplayPort und USB-C) bei bis zu 0,03 Millisekunden Reaktionszeit entspricht meinen Erwartungen an einen OLED-Monitor.

Da sich das Format des Philips EVNIA 34M2C8600 mit 3440×1440 Pixeln Auflösung eher an Spieler richtet, die ein immersives und vielleicht gemächlicheres Erlebnis suchen, sind mehr Bilder in der Sekunde nicht notwendig. Man wird auch eher selten einen Gamer finden, der einen entsprechend kräftigen PC besitzt und sich ausschließlich mit Shootern oder anderen schnellen Spielen beschäftigt, bei denen sich der Unterschied zwischen 175Hz und 240Hz oder mehr merkbar aufs Spielgeschehen auswirkt.
Philips hat sich allerdings entschieden auf HDMI 2.1 zu verzichten und den Monitor mit zwei HDMI 2.0 Anschlüssen ausgestattet. Die geringere Übertragungsrate hat eine Limitation auf 100Hz bei voller Auflösung zur Folge, was zwar immer noch recht schnell ist, sich aber trotzdem bemerkbar macht. Konsolen können mit 21:9 leider nicht umgehen und auch einen DP-Anschluss sucht man bei ihnen vergeblich, wodurch sich der EVNIA als reiner PC-Monitor positioniert, außer man möchte mit schwarzen Balken oder gestreckten Bildern spielen. Um die gesamte Leistung des Monitors nutzen zu können sollten Gamer daher auf DisplayPort setzen.
Persönlich habe UltraWide-QHD sehr liebgewonnen, bietet es meiner Meinung nach bei 32-34 Zoll eine Pixeldichte von 110PPI und demnach scharfe und detailreiche Bilder, ohne zu viel mehr Leistung des PCs zu beanspruchen. Natürlich ist aber die Auflösung nicht alles, was einen guten Monitor ausmacht. Über den Kontrast, den der OLED vorzuweisen hat, brauche ich nicht viele Worte verlieren. Das durch die selbstleuchtenden Pixel erreichte unendliche Schwarz und die Schattendetails sind seit jeher das Verkaufsargument der OLED-Hersteller.

Der 34 Zöller darf sich mit VESA DisplayHDR True Black 400 auszeichnen und verfügt über mehrere HDR-Modi für verschiedene Anwendungsbereiche. Viel relevanter ist daher, welche Helligkeit der Monitor erreichen kann. Auch hier kann der Philips EVNIA 34M2C8600 in SDR mit 250Nits, in HDR mit 450Nits bei Spitzenhelligkeiten bis zu 1.000Nits zu jeder Tageszeit überzeugen. Die spiegelnde Bildschirmbeschichtung kommt an ihre Grenzen, wenn direktes Sonnenlicht auf den Bildschirm fällt. Ich bin nachmittags, wenn das Zimmer am hellsten ist, auch ohne direkte Sonneneinstrahlung in der Lage, den Kleiderschrank im Monitor reflektiert zu sehen, wenn das Bild selbst sehr dunkel ist. Steht der Monitor direkt gegenüber einem Fenster, sollte man überlegen, Anpassungen vorzunehmen. Einfache Gardinen oder Vorhänge reichen, um das einfallende Licht zu streuen und die Reflektionen zu verringern. Ebenso sollten andere Lichtquellen nicht direkt auf den Monitor scheinen. Das soll aber keine Kritik an der Oberflächenbeschaffenheit sein, sondern nur etwas, das man im Hinterkopf behalten muss, möchte man sich einen neuen Monitor zulegen.
Mit Anti-Glare hat man es leichter in sehr hellen Räumen, eine spiegelnde Beschichtung hingegen sorgt für kräftigere Farben. Von diesen hat der Monitor über eine Milliarde mit 10bit Farbtiefe zur Verfügung und deckt dabei 97,8% des AdobeRGB- und ganze 99,3% des DCI-P3-Farbraums ab. Die Funktionsweise und Subpixel-Anordnung des QD OLED-Panels zusammen mit der Ultra Wide Color Technologie haben helle, intensive und präzise Farben zur Folge.
Nicht nur die Wiedergabe muss überzeugen, auch die äußere Optik eines Monitors darf nicht zu kurz kommen. Die EVNIA Monitore stechen dabei mit ihrem futuristischen Design in der von Schwarz dominierten Monitor-Welt sehr heraus. Während der Bildschirm selbst nur von einem schmalen Rand eingerahmt ist, welcher unten durch einen silbernen Streifen mitsamt Philips- und EVNIA-Logo ergänzt wird, zeigt sich die Rückseite ganz in Weiß. Das Muster aus großen Quadraten zieht sich über die gesamte Breite des Monitors und verpasst ihm einen Look, der mich an Science-Fiction Filme erinnert.

In dieses Muster eingepasst sind 14 Ambiglow-LEDs die oben und an den Seiten nach hinten – also in Richtung Wand strahlen und durch einen genau mittig platzierten, senkrechten LED-Streifen mit gleicher Funktion unterbrochen werden. An der Unterseite des Monitors befinden weitere 14 dieser LEDs, die direkt den Tisch beleuchten und somit das vierseitige Ambiglow vervollständigen. Etwas versteckt im senkrechten Streifen wird der Standfuß einfach nur eingeklickt. Eine Befestigung, die erstmal etwas dünn wirkt für einen fast sieben Kilogramm schweren Monitor, aber auch nach Monaten keinerlei Schwächen zeigt. Einziges Manko ist, dass diese Art der Befestigung eine spezielle Adapter-Platte notwendig macht, sollte man eine VESA Tisch- oder Wandbefestigung nutzen wollen. Dieser Adapter ist aber im Lieferumfang enthalten und kommt in meinem Setup zum Einsatz.
Der Stand besteht aus zwei silbernen, schmalen Balken, die sich leicht nach vorne neigen und von einem V-Fuß getragen werden. Dieser selbst wurde granitartig mit schwarzen Flecken versehen. Im Vergleich zum Monitor wirkt er zwar recht klein, nimmt aber trotzdem viel Platz auf dem Schreibtisch in Anspruch. Zusätzlich wird noch eine Kabelführung am Stand angeboten, um sämtliche Kabel sauber vom Tisch zu führen. Alle Anschlüsse findet man nach unten ausgerichtet und nach oben versetzt auf der Rückseite des Monitors.

Für diejenigen, die am heimischen Schreibtisch nicht nur zocken wollen, sondern auch mit einem zweiten Gerät arbeiten möchten, wurde ein KVM-Switch im Philips EVNIA 34M2C8600 integriert. Dieser erlaubt die Steuerung beider PCs mit nur einer Maus und Tastatur, solange alle Geräte per USB mit dem Monitor verbunden sind. So gerne ich an meinem LG Gram arbeite, bin ich mit dem Trackpad oftmals zu unpräzise, und ich ziehe eine Maus dem vor. Per USB-C angeschlossen, kann ich mit einem einzigen Knopfdruck das 14 Zoll große Display mit Touch-Funktion um 34 Zoll Bildfläche, eine Maus und eine Tastatur erweitern.
Zusätzlich sind PIP- und PBP-Funktionen integriert, um auf dem Monitor beide Geräte gleichzeitig anzeigen zu lassen, wobei der KVM-Switch weiterhin nutzbar bleibt. Ich habe so schon große Freude daran, Grafiken oder umfangreiche Excel-Tabellen für meine Ausbildung oder eine Geburtstagskarte für meine Großmutter zu erstellen. Mit der zusätzlichen Fläche und der Funktionalität des EVNIA wird das um einiges einfacher und entspannter. Trotzdem wird er hauptsächlich für die zahlreichen Games genutzt, die ich über die Jahre angesammelt habe.

In einem so langen Testzeitraum kam ich in den Genuss vieler verschiedener Spieletitel. Ob Langzeit-Favoriten wie Horizon Zero Dawn oder The Witcher 3, die dank grafischen Updates selbst 10 Jahre nach Release einfach hervorragend aussehen, oder meinem Go-To RTS Stellaris, bei dem die Fläche des Monitors zum Vorteil gegenüber den Mitspielern wird. Der EVNIA hat mich nie enttäuscht. Besonders angetan hat es mir aber ein aktueller Titel.
Path of Exile ist meiner Meinung nach das beste Action RPG dieses Jahrhunderts, auch wenn es schon über 10 Jahre alt ist. Entwickler Grinding Gear Games hat sich mit dem Nachfolger seinen größten Konkurrenten selbst geschaffen. Mit moderner Grafik, verbesserter Engine und vielen Systemänderungen ist Path of Exile 2 einfacher für neue Spieler, bietet aber dennoch genügend Dinge zum Entdecken und Ausprobieren selbst für Veteranen, wie mich selbst.
Schauplatz ist der düstere und brutale Kontinent Wraeclast, welcher von rätselhaften Katastrophen der Vergangenheit gezeichnet ist und von albtraumhaften Kreaturen bevölkert wird. Die Geschehnisse des ersten Teils liegen mittlerweile Jahrzehnte in der Vergangenheit, haben aber die Welt für ein neues Grauen geöffnet. Unser Charakter stolpert durch einen glücklichen Zufall mitten in diese Geschichte hinein. Eben noch am Galgen gestanden, kämpft man sich nun durch die verschiedensten Umgebungen.
Dabei vermittelt jeder Bereich durch die grafische Gestaltung ein ganz anderes Gefühl und wartet mit einzigartigen neuen Monstern und Bossen auf. Der Monitor kann hier in wenigen Stunden schon zeigen, wozu er in der Lage ist. Der nur vom Mondlicht beleuchtete Wald wirkt bedrohlich und kalt, während der Dschungel, den wir später erkunden, warm und schon fast fröhlich scheint, obwohl er mit ebenso gefährlichen Gegnern vollgepackt ist.
Besonders angetan hat es mir die Wiedergabe von Rottönen. Manche Panels tun sich da etwas schwer und die farblichen Grenzen zwischen warmem, einladendem Feuer und einem aggressiven, furchteinflößenden Inferno verschwimmen ab und an ein wenig. Ich hatte selbst noch keinen Monitor, bei dem ich mit dem Rot unzufrieden war, aber dieser 34 Zöller macht es einfach ein wenig besser. In einem Level muss man den Weg durch ein brennendes Dorf finden. Hier sind die Unterscheide zwischen Glut, Flammen und den Feuerfähigkeiten der Gegner deutlich erkennbar, wodurch es leicht fällt diese voneinander zu unterscheiden.

Im Verlaufe des Spiels wird nicht nur der eigene Charakter immer stärker, auch die Anzahl der Monster nimmt stetig zu. Bei diesen und auch den Bossen spielen audio-visuelle Hinweise eine entscheidende Rolle im Kampf. In PoE2 muss man gezielt darauf achten, welchen Fähigkeiten man ausweichen muss, welche der Charakter problemlos wegsteckt und wann man selbst in die Offensive gehen kann. Im Getümmel des Gefechtes ist es oft schwer den Überblick zu behalten. Selbst wenn der eigene Charakter immer der Mittelpunkt des Bildschirms ist, haben es manchmal so viele Gegner auf einen abgesehen, dass verschiedene Fähigkeiten überlappen und sich optisch vermischen.
Mit dem Philips EVNIA 34M2C8600 war das kaum ein Faktor. Ich hatte zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, Fähigkeiten zu unterscheiden, auch wenn diese sich räumlich und farblich sehr nahekamen. Präzise Abstufungen und Schattierungen machen es möglich. Zusätzlich kamen auch kleine Partikel wunderbar zur Geltung, ohne die so ein Spiel zu perfekt und unnatürlich wirkt. Der EVNIA kennt scheinbar keine Grenzen, wenn es um Farben und Kontraste geht.
Einzig Ambiglow hat mich nicht in jeder Situation richtig überzeugen können. Ist das Geschehen auf dem Monitor zu schnell, können die LEDs nicht mithalten. Und auch bei langsameren Bewegungen ist eine Verzögerung deutlicher, als es bei Ambilight-TVs der Fall ist. Man sitzt allerdings auch viel näher an einem Monitor und muss sich normalerweise besser auf das Bild selbst konzentrieren. Die bilderweiternde Beleuchtung soll eben nur das Ambiente entsprechend der Szene auf dem Bildschirm verbessern. Das schafft Ambiglow wirklich gut.

Die Stimmung des Spiels in den Raum zu verbreiten, sorgt für mehr Atmosphäre und lässt einen noch viel tiefer in sein Lieblingsspiel eintauchen. Vor allem, wenn alles ein wenig entspannter vonstattengeht. Ambiglow verteilt diese Stimmung über die Grenzen des Monitors heraus, wirkt aber etwas schwach im Vergleich zu meiner Philips Hue LED-Leiste, welche hinten am Schreibtisch die gleiche Rolle übernimmt.
Nun aber zur Diskussion um Einbrenneffekte und die Langlebigkeit von OLED-Monitoren. Diese kommt in online Foren immer wieder auf und viele PC-Nutzer sind immer noch sehr skeptisch. Ich verstehe auch die Kritik zu OLED, weil moderne IPS-Panels sehr nahe an die OLED-Bildqualität herankommen und man sich mit diesen Displays über Einbrennen keine Sorgen machen muss.
Äußerte ich mich zu meinen OLED-Erfahrungen, wurde ich immer wieder auf Videos von bekannten Influencern auf YouTube verwiesen, bei denen sich nach wenigen Monaten schon deutliche Zeichen gezeigt haben. Das große Problem dabei ist aber, dass diese Nutzer den Monitor nicht sachgemäß behandelt haben und das auch genauso mitgeteilt haben. Trotzdem bin ich auf taube Ohren gestoßen, wenn ich das angebracht habe.

Kurzum: Kümmert man sich um seinen OLED entsprechend der Herstellervorgaben, braucht man sich keine Sorgen machen. Mein OLED-TV hat nach über 7.000 Stunden Laufzeit allerhöchstens ein bisschen an Helligkeit verloren und der ist um einige Jahre älter als der Philips EVNIA 34M2C8600. Und obwohl ich auch produktiv am EVNIA gearbeitet habe und nicht 100% die Vorgaben zur OLED-Pflege eingehalten habe, ist nach ca. 1.000 Stunden Arbeit und Gaming kein Zeichen von Einbrennen zu erkennen. Solange man sich also anständig um seinen Monitor kümmert und ihn wie vorgesehen nutzt, wie man es mit jedem Gerät oder Gegenstand im Haus tun sollte, wird man so schnell nicht auf Probleme stoßen.
Fazit:
Der Philips EVNIA 34M2C8600 hat sich in meinem Langzeittest als ein außergewöhnlicher Begleiter erwiesen. Die Kombination aus OLED-Technologie, UltraWide-Format und Ambiglow sorgt für eine unvergleichliche Immersion, die sich besonders in atmosphärischen Spielen voll entfaltet. Farben, Kontraste und Details erreichen ein Niveau, das selbst anspruchsvolle Gamer überzeugen wird.
Einzige Kritik sind der Verzicht auf HDMI 2.1 und kleine Schwächen beim AmbiGlow im Vergleich zum Ambilight am TV. Das sind aber keine Dealbreaker, sondern nur Punkte, denen man sich bewusst sein muss.
Nach über einem Jahr intensiver Nutzung kann ich sagen, dass Einbrennen bei sachgemäßem Umgang kein Thema ist. Die Langlebigkeit moderner OLED-Panels steht außer Frage, wenn man einige grundlegende Maßnahmen beachtet.

Link zum Hersteller: Philips EVNIA 34M2C8600