Denke ich an Philips, habe ich direkt elektronische Lösungen für alle Lebensbereiche im Kopf, seien es Zahnbürsten, Haushaltsgeräte, Beleuchtungen oder Unterhaltungselektronik wie Fernseher mit Ambilight, Headsets und so vieles mehr. Dazu zählt auch der neue Philips TAH8000e, mit dem Philips in Sachen Sound nun neue Wege gehen möchte und den ich hier für einen Test erhalten habe. Auffällig ist dabei, dass man sich in Amsterdam weg von der großartigen Fidelio-Serie hin zu mehr Consumer-Elektronik bewegt. Aber das muss ja nicht schlecht sein.
Was mir sofort positiv auffällt, ist die schlichte Verpackung, die das FSC Mix Zeichen trägt. Man kann grundsätzlich vom FSC-Siegel halten, was man will, aber ich finde es gut, dass sich die Hersteller um eine gewisse Nachhaltigkeit der Umwelt zu Liebe bemühen! Auf der Umverpackung wird alles Wichtige auch schon in bebilderten kleinen Piktogrammen beschrieben – angefangen bei der Akkulaufzeit von mindestens 70 Stunden, über den austauschbaren Akku, der in der Preisklasse von 119,99 € bei Amazon echt selten ist, bis hin zum ANC und einigen anderen Features, auf die ich noch näher eingehen werde.

Mein cremeweißes Exemplar der TAH8000e ist noch in zeitlosem Schwarz käuflich zu erwerben. In meinen Händen halte ich passend zum Kopfhörer ein schönes, weiches, für diesen Preis überraschend gut verarbeitetes Kunstledercase. Es fühlt sich fast schon samtig an und die eingestanzten Buchstaben der Hülle zieren in schlichter Eleganz die Vorderseite. Schaut man dann ins Case, stellt man fest, dass darin nicht nur die zu erwartenden TAH8000e gut verpackt liegen, sondern auch eine kurze Anleitung und zwei Kabel. Eines dient zum Laden mit USB-C Stecker und ein längeres Kabel mit einer 3,5mm Klinke wird für den Anschluss an Zuspieler, aber auch für ein Joypad verwendet, wenn ich das Headset zum Gaming nutze.
Bevor es richtig losgehen kann hilft es, sich mit der Bedienung vertraut zu machen. Auch im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit entdeckt man so immer wieder Mechanismen und Techniken, die tatsächlich nicht so selbsterklärend sind, wie vorerst angenommen. Dafür funktioniert Grundlegendes zumeist recht schnell. Dennoch erspart man sich hier einfach Zeit und Nerven, wenn man sich die Anleitung ansieht.
Zu meinem Erstaunen sind in der Gebrauchsanweisung alle Schritte mit großen Bildern erklärt und nur kurze knappe Sätze, teilweise Einzeiler, schmücken den unteren Rand. Das nenne ich mal benutzerfreundlich im besten Sinne! Aber, denn ohne ein Aber geht es selten: Wer sich zuvor den Karton nicht vollumfänglich angeschaut hat, wird nicht bemerken, dass es zu den Philips TAH8000e noch eine App gibt. Die App Philips Headphones wird mit keinem Wort in der Anleitung erwähnt, so dass Nutzer diese Info nur durch Tests wie diesen oder auf der linken Seite der Pappverpackung finden werden.
Nach dem Download der App geht es ans Aufsetzen! Der TAH8000e glänzt mit schönen, weichen Ohrpolstern. An der rechten Ohrmuschel erfühlt man einige Knöpfe, um schnell das Wichtigste einzustellen, wenn man die App nicht öffnen kann oder will. Das betrifft die Lautstärke, den ANC, Pausieren und den Knopf zum Ein- und Ausschalten.

Weiterhin spricht mich der TAH8000e durch seinem angenehmen und gut verteilten Anpressdruck bei einem Gewicht von ca. 258g an. Dadurch sitzt er leicht und wie angegossen auf meinem Haupt. Explizit beim Gewicht und den verwendeten Materialien Kunstleder und Kunststoff, habe ich auch nichts anderes erwartet. Allerdings wackelt das Headset hier und da aufgrund der Kunststoffgelenke am Kopfbügel etwas, hier trüben dennoch keine Nebengeräusche das Hörerlebnis. Aber das ist bei diesem Preis Meckern auf hohem Niveau! Weiterhin ist das Polster am Bügel für meinen Kopf angenehm und drückt nicht, sondern passt sich gut an. Der Kopfhörer ist somit auch für Brillenträger wie mich gut geeignet.
Wenn ich nur die Haptik und Optik bisher bewerten müsste, wäre der Philips TAH8000e eine 10 von 10! Die Frage ist: Ist der Klang auch eine 10 von 10?! Jetzt wird es spannend. Kopfhörer sind, wie andere elektronische Geräte, immer in einem Standard voreingestellt. Anders ist es beim TAH8000e auch nicht. Will man sich aber den Kopfhörer klanglich anpassen, findet man in den Einstellungen der App unter dem Punkt Sound-Effekte die entsprechenden Möglichkeiten unter den Punkten Stimme, Bass, Höhen, Kraftvoll und Benutzerdefiniert. Gleiches gilt für die Modi Raumklang-Audio und Dynamische Bässe, die bei leiser Lautstärke die Bässe verstärken. Neben diesen Möglichkeiten höre ich für Tests aber grundsätzlich zuerst die Standardeinstellung um herauszufinden, wie die Kopfhörer abgemischt wurden.
Und was eignet sich dafür besser, als die Neuerscheinung Fehler von Zelal, die mein Mann als Tontechniker für den Künstler persönlich gemischt und gemastert hat? Der Song läuft hier ohnehin seit Tagen in Dauerschleife, ich habe also beste Vergleichsmöglichkeiten zwischen dem Original und der Ausgabe auf dem Philips TAH8000e.
Allein bei diesem Titel merke ich schon, dass der TAH8000e einen kräftigen Bass mit sich bringt, der aber nicht überdimensioniert ins Ohr dringt. Die Höhen kommen sehr gut zur Geltung und sind weder verzerrt noch überbetont.
Anders jedoch verhalten sich die Mitten. Für meinen Geschmack schwingen die unteren Mitten zu sehr mit. Dadurch klingt es an manchen Stellen „brummiger“ als im Master und die Stimme steht dann eher weiter hinten im klanglichen Raum. Auch bei Al Green mit dem Titel Let’s Stay Together merkt man das, weshalb ich den Equalizer auf Benutzerdefiniert eingestellt, die 6 Bänder angepasst und dann mit dieser Änderung weitergehört habe. Seitdem empfinde ich den Kopfhörer klanglich sehr schön, angenehm und ausgeglichen. Somit kann man durch den Equalizer den Klang ganz individuell an den eigenen Geschmack anpassen, wobei ich mir jetzt umso mehr für den Equalizer bzw. die App einen Hinweis in der Anleitung gewünscht hätte.
Der Equalizer ist aber nicht die einzige Einstellung, die man über Philips Headphones regeln kann. Die App ist sehr laienfreundlich aufgebaut und verbindet sich automatisch mit dem vorhandenen, eingeschalteten Gerät. Hierüber gelangt man auch auf der Startseite auf Entdecken, Support und zu den Einstellungen. Somit regelt die App aber nicht nur die Sound-Effekte, sondern auch ANC, Auracast und sie zeigt den aktuell ausgespielten Titel an. Ebenfalls über die Einstellungen kann man den Bluetooth 5.4 Multipoint einschalten, um zwei Geräte gleichzeitig mit dem Kopfhörer zu verbinden.

Auracast ist eine schöne zusätzliche Funktion, die vielleicht noch nicht jeder nutzt, die aber funktioniert! Hier können Inhalte ohne komplexe Koppelung an verschiedene Kopfhörer oder Lautsprecher in Reichweite übertragen werden. Was man jedoch eher nutzen wird, ist ANC. In der Standardeinstellung ist diese Funktion ausgeschaltet. Einschalten funktioniert über die Knöpfe an der rechten Ohrmuschel oder in per App, bei der man ANC sogar noch divers einstellen kann.
Entweder entschließt man sich, die Funktion vollständig zu nutzen, die jegliche Geräusche ausschließt, man stellt ANC benutzerdefiniert ein oder man passt die Intensität adaptiv an die Umweltgeräusche an. Im Modus Umgebung kann man die Transparenz der Umgebungsgeräusche anpassen, einen Fokus auf äußere Stimmen legen und automatisch Windgeräusche unterdrücken.
Für den täglichen Gebrauch im Alltag, auf Reisen und im Büro ist der TAH8000e absolut zu empfehlen. Hervorzuheben sind tatsächlich nicht nur Klang und App, sondern auch der gefühlt grenzenlose Akku mit ca. 107 Stunden ohne ANC-Nutzung. Ich nutze den Kopfhörer trotzdem fast ausschließlich mit ANC, wodurch der Akku immer noch knapp über 70 Stunden durchhält. Und für diese Preisklasse vollkommen ungewöhnlich ist der austauschbare Akku. Auch hier achtet man bei Philips auf Nachhaltigkeit.
Wir wären aber nicht konsolenfan, wenn wir nicht alle Audiomöglichkeiten auch fürs Gaming testen würden, selbst wenn es Produkte sind, die eigentlich nicht wirklich fürs Gaming konzipiert sind, wie eben der Philips TAH8000e. Denn keiner kann es wissen, wenn man es nicht versucht. Deshalb habe ich mich damit vor die Switch gehangen und Pokémon Karmesin zusammen mit meinem Sohn weitergespielt und vor allem den Pokédex gefüllt.
Doch zuerst haben wir gemeinsam die Welt und anschließend Zone Null ausgiebig erkundet. Bevor man in diese Zone hineingehen kann, müssen wir durch eine stählerne Forschungsstation der früheren Laborantin und Forscherin Antiqua. Wir stehen vor der Tür und gehen in die Richtung. Das sanfte Geräusch der Fußstapfen auf der Wiese tönt in mein Ohr. Kurz danach öffnet sich die schwere Schiebetür der Station und wir gehen hinein. Aus dem sanften Geräusch unserer Schritte wird prompt ein metallisch klingender Hall, der den Raum der Station füllt.
Nachdem wir uns darin umgesehen haben, werden wir an einer Stelle gefragt, ob wir aus der Station in die Zone Null wollen. Selbstverständlich hält uns nichts davon ab! Vor uns eröffnet sich eine wunderschöne Landschaft. Überall glitzert es in der Luft über der saftig hellgrünen Wiese. Über uns fliegen Pokémon vom Typ Normal und Stahl, namens Washakwil und Krarmor. Beide kreischen auf als sie uns sehen und ihre großen Flügel schlagen durch die Lüfte, als sie direkt auf uns zukommen.
Mein Sohn behauptet sich gegen Washakwil und ich gegen Krarmor. Doch mein Kampf war bedauerlicherweise sehr schnell wieder vorbei, da mein Ramoth vom Typ Feuer und Käfer wesentlich stärker ist als das Krarmor vom Typ Stahl. Feuer schmilzt Stahl, logisch…eine Attacke mit Feuersturm durch Ramoth und der Kampf war vorbei. Schade, aber so ist es halt als Mama, wenn man dem Sohnemann versprochen hat mitzuspielen und der das Spiel schon durchgespielt hat. Glücklicherweise habe ich in meinen Pokémon Boxen noch zwei dieser Stahl-Vögel zu liegen, sodass nachher der Tausch mit ihm kein Problem wird.

Nach dem Kampf schauen wir uns um. Überall laufen zwischen den Bäumen und glitzernden Steinen verschiedenste Pokémon, die außerhalb von Zone Null nicht vorkommen. Je näher sie sind, desto lauter sind ihre Bewegungsgeräusche auf der Wiese oder in der Luft. Im Hintergrund spielt recht prominent ganz andere Musik als in Paldea. Viel mystischer und bedrohlicher klingt sie, wodurch die Weiten der Zone Null bedeutungsvoller wirken. Die TAH8000e klingen auch im Gaming authentisch und sauber und insbesondere mit dem angepassten Equalizer habe ich am Gaming-Sound überhaupt nichts auszusetzen. Das gilt sowohl bei der Bluetooth-Verbindung, als auch bei der Verbindung per Kabel.
Pokémon ist aber nicht jedermanns Sache, weshalb ich mit meinem Mann noch ein kurzes Match Valorant spiele. FPS und Shooter gehören einfach ins Repertoire. Hier bemerke ich aber, dass über Bluetooth die Sounds wie der Schall der Schüsse minimal verzögert ankommen, wodurch ich schnell auf die Kabelverbindung umgestiegen bin und siehe da, das klappt um einiges besser, Latenzen sind hier kein Thema.
Schnelle Schritte hinter mir, Detonationen im Hintergrund, die Schüsse der Waffen und meine eigenen Bewegungen bilden die TAH8000e gut ab. Im Vergleich zu anderen Kopfhörern in dieser Preisklasse wie den hier getesteten OXS Storm A2 oder den teureren Razor Kraken Kitty V2 Gengar Edition, kann der TAH8000e überraschend gut mithalten, obwohl es kein klassischer Gaming Kopfhörer ist.
Für Spieler, die FPS oder Ego-Shooter zur eigenen Unterhaltung zocken, kann ich die Philips Kopfhörer ruhigen Gewissens empfehlen. Allerdings eignen die sich nicht unbedingt für kompetitive Gamer, die sehr hohe Anforderungen an ihren Klang haben, dafür fehlt noch ein Mü an Sauberkeit in den Höhen und etwas mehr klanglicher Raum, der auch durch den virtuellen Raumklang im Equalizer nicht ausreichend abgebildet werden kann, wodurch Details gegebenenfalls übersehen bzw. überhört werden können.
Viele Gaming-Kopfhörer haben einen Low-Latency-Modus. Den hat der TAH8000e so nicht, denn für das Gaming ist dieser Kopfhörer eigentlich nicht gedacht. Wenn man trotzdem so wenig Latenz wie möglich mit dem TAH8000e anstrebt, wird man diesen ohnehin per Kabel mit dem Pad verbinden, um Verzögerungen zu vermeiden und zusätzlich die Funktion Optimierte Audio-Latenz hinzuschalten.
Fazit:
Der neue Philips TAH8000e bietet ein perfektes Preis-Leistungsverhältnis und ist nicht nur für Musik zu empfehlen, sondern auch wenn Gaming ein Bestandteil der Nutzung ist. Nicht nur der leistungsstarke Akku spricht für sich, sondern auch der sehr gute Komfort über mehrere Stunden Tragezeit.
Telefonieren ist selbstverständlich ohne Probleme möglich. Obendrein sieht der Kopfhörer in der cremeweißen Optik im Home Office während eines Meetings sehr elegant aus. Dazu gehören zwei Kabel, eine schöne Kunstlederhülle für die Kopfhörer und eine übersichtliche Anleitung, in der ein kleiner Hinweis auf die App und damit den Equalizer hilfreich wäre. Der Philips TAH8000e klingt mit der Nutzung des Equalizers noch sauberer und ausgewogener mit einem dynamischen Bass – und das auch bei Nutzung des ANC.
Das hört man nicht nur bei der Musik, sondern dies merkt man auch beim Zocken. Hier punktet der Philips Kopfhörer besonders in RPG mit einer überzeugenden Soundkulisse. Selbst nicht-kompetitive FPS-Gamer kommen mit dem TAH8000e auf ihre Kosten, gerade wenn ein Budget bis 120,00 € gesetzt wurde. Ideal!

Link zum Hersteller: Philips TAH8000e
