Im Test: Philips Fidelio L4  – verbesserte Neuauflage mit Gaming-Tauglichkeit

„Dem Alltag entfliehen“ – Dieses Versprechen hält der Philips Fidelio L4 nicht nur, sondern er setzt neue Maßstäbe für ein unvergleichliches Klangerlebnis. Der Kopfhörer präsentiert sich in einem edlen Hartschalen-Case, das nicht nur stilvoll aussieht, sondern auch Platz für praktische Accessoires bietet. Optisch bleibt der Philips Fidelio L4, wie sein Vorgänger, schlicht und elegant, wobei er mit seinen 330 Gramm noch leichter geworden ist.

Besonders ist, dass Philips sich wieder dazu entschieden hat, den eigens entwickelten 40 mm-Treiber zu verwenden, der diesmal aber mit einer Graphen-Beschichtung versehen wurde, was eine makellose Wiedergabe im Mittel- und Hochtonbereich ermöglicht. Das verbesserte ANC-System mit vier Mikrofonen setzt neue Standards. Die Mikrofonpositionierung wurde optimiert, um Umgebungsgeräuschen, besonders Windgeräuschen, effektiv entgegenzuwirken.

Beeindruckend ist die Akkuleistung des Fidelio L4. Und das nicht nur im Alltag, sondern auch beim Gaming. Ich habe den L4 nämlich nicht nur zum klassischen Musikhören genutzt, sondern auch an der Nintendo Switch. Mit beeindruckenden 50 Stunden Gesamtlaufzeit und 40 Stunden im ANC-Modus bietet der Kopfhörer eine lange Spielzeit. Die Möglichkeit, den Akku innerhalb von 15 Minuten per Schnelladung auf 14 Stunden Leistung zu bringen, ermöglicht zudem eine schnelle Wiederaufnahme des Hörgenusses.

Die Integration von Sprachsteuerung über Google Assistant und Apples Siri sowie das Touch-Bedienfeld auf der rechten Ohrkappe verleihen dem Fidelio L4 eine zusätzliche Ebene der Benutzerfreundlichkeit und er bietet damit  modernste Technologie. Mit Bluetooth 5.3 kann der Kopfhörer zudem nahtlos zwischen zwei Wiedergabegeräten springen, was besonders praktisch ist, wenn man zwischen Nintendo Switch und einem anderen Gerät hin- und herwechselt.

Die Philips Kopfhörer App ermöglicht zudem individuelle Einstellungen für Sound-Effekte, ANC und Firmware Updates. Beim ANC gibt es einmal die Möglichkeit zwischen benutzerdefiniertem ANC und einem adaptiven Modus zu wechseln, letzterer entscheidet auf Grund der Hintergrundgeräusche selbst, wie viel Geräuschunterdrückung gerade sein muss, verbraucht allerdings auch mehr Strom.

Im Umgebungsmodus kann der Nutzer zusätzlich noch eine Option für Fokus auf Stimmen oder einen angepassten Modus wählen, welche automatisch auf Windgeräusche reagiert. Auch kann der Nutzer eine Anpassung am Equalizer vornehmen und entweder komplett selbst festlegen, wie der Klang ausgegeben wird oder aber aus bereits vorkonfigurierten Klangmodi auswählen. Ein kleines Schmankerl gibt es dazu noch für alle Gamer – Philips ermöglicht ein verbessertes Nutzererlebnis mithilfe einer optimierten Audio-Latenz, welche sich ebenfalls in der App aktivieren lässt.

Der Tragekomfort ist ebenfalls garantiert, da der Over-Ear Kopfhörer die Ohren vollständig umschließt. Der gut gepolsterte Bügel sorgt dafür, dass das Gewicht von 330 Gramm nicht stört, selbst nach längerem Tragen. Ein kleiner Kritikpunkt sind allerdings die Tonsignale, die zum Beispiel beim Umschalten der Modi verwendet werden. Hier wäre eine klare Sprachansage wünschenswert, um dem Nutzer deutlich zu signalisieren, in welchem Modus er sich befindet. Somit kann man sonst nur in der App überblicken, was gerade aktiv ist. Die gewählten Tonsignale sind dafür nicht unbedingt aussagekräftig.

Der Sound des Fidelio L4 ist ausgewogen, reicht tief hinunter in den Bass, begeistert mit fein aufgelösten Höhen, sowie einem nuancierten Mittelhochton-Bereich. Der natürliche und dynamische Klang behält seine Qualität dabei auch über verschiedene Musikgenres hinweg. Egal ob ein 80er Jahre Klassiker von Bronski Beat oder ein Rock-Hit von T.Rex – der Fidelio L4 versetzt den Hörer direkt ins Geschehen und lässt ihn die Musik intensiv erleben.

Optisch unterscheidet sich der L4 ein wenig von seinem Vorgänger. Geblieben sind die komplett runden Metallbügel, die die Schalen halten. Diese wirken auch beim L4 wieder elegant und verleihen dem Kopfhörer Leichtigkeit.

Hier ist man im Design allerdings weg von den breiten Übergängen des Kopfbügels hin zu einem eher klassischen, wieder runden Gelenk. Diese Gelenke sind jedoch hochwertig verarbeitet, es gibt keinerlei störende Nebengeräusche.

Auch fallen auch die Schalen ein wenig schmaler aus. Der L4 wirkt damit weniger breit und wuchtig. Ebenfalls eine Überarbeitung erfuhr der Kopfbügel. Vom ehemals flachen Design beim L3 wechselte man nun auf ein rundes, welches aber dennoch komfortabel ist.
Auch wenn Design und Optik Geschmackssache sind, so gefiel mir persönlich der L3 aber aufgrund seiner Individualität ein wenig besser.

Aber wir sind ja nicht nur HiFi-begeistert. Denn so viel Technik, die man eigentlich nicht unbedingt mit dem Gaming in Verbindung bringt, lässt sich auch an aktuellen Spielkonsolen nutzen. So habe ich nach der Musik den Fidelio L4 über Bluetooth mit der Nintendo Switch verbunden, denn gerade die Switch bietet sich als mobile Konsole in Verbindung mit einem mobilen Kopfhörer hier als Testobjekt an. Um hier Bild und Ton bestmöglich zu synchronisieren, habe ich dafür in der Kopfhörer App von Philips die Option für die optimierte Audio-Latenz aktiviert.

Und dann ging es auch sofort los, denn die verbesserte Audio-Latenz machte sich direkt bemerkbar und das Spielerlebnis mit dem Fidelio L4 noch fesselnder. Ich konnte mich somit nahtlos in das Spielgeschehen vertiefen und in die Welt von Paleo Pines eintauchen. Eigentlich ist das ein Spiel für die jüngeren Gamer, dennoch fesselt mich die Grafik und nun noch mehr der Sound.

Die Dinos erschienen noch niedlicher, da ihre Rufe und Laute dank der präzisen Klangwiedergabe des Fidelio L4 nun noch deutlicher und ohne wahrnehmbare Verzögerung zwischen Ton und Bildschirmaktion zu hören waren.

Besonders beeindruckend war die Synchronität zwischen Ton und Bildschirmaktion. Es gab keine wahrnehmbare Verzögerung, was das Spielerlebnis ungemein flüssig und immersiv machte. Jeder Sprung, jeder Schritt und jeder Kampfruf der Dinosaurier wurde in Echtzeit wiedergegeben, was dem Spiel über den L4 eine neue Dimension verlieh.

Ein Gaming-Erlebnis, das durch die herausragende Technologie des Kopfhörers auf ein neues Level gehoben wurde, auch wenn es bei diesem Spiel keine große Action gibt.

Zusätzlich zu Paleo Pines habe ich auch Mario Kart 8 mit dem Philips Fidelio L4 erlebt, um einen Vergleich mit einem actiongeladeneren Spiel zu haben. Allerdings bin ich bei Mario Kart absoluter Anfänger, von daher fasse ich mich hier kurz. Der Sound über die Kopfhörer war herausragend und hat den Spielspaß deutlich intensiviert. Die präzise Klangwiedergabe des Fidelio L4 machte jedes Driften und jeden Boost zu einem akustischen Highlight.

Die beeindruckende Funktion der Audio-Latenz sorgte dafür, dass sich der Sound nahtlos mit jeder rasanten Kurve und jedem aufregenden Moment des Spiels synchronisierte. Gerade der Einsatz der vielen unterschiedlichen Items hat mich anfangs doch stark gefordert, aber die klangliche Qualität ist so fantastisch. Egal ob ich wieder einmal in eine Bananenschale fuhr oder ein Schildkrötenpanzer in mein Kart einschlug, der Schreckmoment war auch aufgrund des Sounds jedes Mal gegeben.



Link zum Hersteller: Philips Fidelio L4